Franco Colapinto
6. Mai 2003 · Buenos Aires, Argentina
Zuletzt aktualisiert: 21. August 2026
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Biographie
Franco Colapinto – Biografie, Karriere und Erfolge
Kurzprofil
| Vollständiger Name | Franco Alejandro Colapinto |
| Geburtsdatum | 27. Mai 2003 |
| Geburtsort | Pilar, Provinz Buenos Aires, Argentinien |
| Nationalität | argentinisch |
| Aktive Motorsportkarriere | 2012–heute (Kart), 2018–heute (Formelwagen) |
Wer ist Franco Colapinto?
Der Name Franco Colapinto sorgte im Sommer 2024 international für Aufsehen im Motorsport, weil er etwas schaffte, das es seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben hatte: Er ging als argentinischer Fahrer in der Formel 1 an den Start. Der bei Williams debütierende Youngster brauchte kaum zwei Monate, um zu beweisen, dass er kein Gelegenheitsgast ist, sondern langfristig in der Königsklasse plant.
Die Geschichte begann allerdings deutlich früher, als viele annehmen. Colapinto saß mit neun Jahren zum ersten Mal in einem Kart, mit vierzehn zog er allein nach Europa, um sich eine Chance bei den besten Nachwuchsprogrammen des Kontinents zu sichern. Von da an durchlief er praktisch jede wichtige Nachwuchskategorie: Er gewann eine Meisterschaft in Spanien, stand in Le Mans auf dem Podium und bewies sich auch in der Formel 2, ehe sein Team ihn schließlich in der Formel 1 einsetzte.
Was seine Karriere wirklich interessant macht, ist ihre Vielseitigkeit: Nur wenige aktuelle Formel-1-Fahrer haben eine Le-Mans-Saison in ihrer Vita, und nur wenige können von sich behaupten, für ihr Land nach mehr als vier Jahrzehnten wieder einen Punkt in der Formel 1 geholt zu haben.
Die Anfänge
Colapinto begann mit neun Jahren mit dem Kartsport, und sein Talent zeigte sich schnell: regelmäßige Podestplätze in den argentinischen nationalen Meisterschaften, dann der Sprung in die regionalen Serien von Buenos Aires. Nach einer 2017 durch eine Rippenverletzung verkürzten Saison kam die Revanche: 2018 gewann er das Kart-Schaurennen bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires, an der Seite von María García Puig, gestartet von der Pole-Position.
Zu dieser Zeit war bereits der Schritt im Gange, der am meisten über seine Entschlossenheit aussagt: Mit vierzehn zog er allein nach Italien, um näher an das Herz des europäischen Rennsports heranzukommen. Diese Entscheidung öffnete ihm den Weg in die Formelwagen-Karriere.
Juniorenkarriere
Colapinto gab 2018 sein Debüt im Automobilsport, in den Schlussläufen der spanischen F4-Meisterschaft für Drivex School, und beendete die verkürzte Saison mit einem Sieg und Platz neun. Die Fortsetzung war deutlich überzeugender: In der kompletten Saison 2019 gewann er den Titel souverän, mit 11 Siegen, 10 Pole-Positions und 325 Punkten – fast hundert Punkte Vorsprung auf das Feld.
2020 war er gleich in zwei Serien am Start. Im Formula Renault Eurocup wurde er für MP Motorsport bester Rookie und Dritter mit 2 Siegen und 213,5 Punkten, während er zeitgleich in der südhalbkugelweiten Toyota Racing Series für Kiwi Motorsport ebenfalls Dritter wurde, mit einem Sieg in Hampton Downs.
2021 war die Saison, in der Colapinto seine ganze Bandbreite zeigte. In den Einsitzern fuhr er in der Formula Regional European Championship für MP Motorsport und wurde Sechster mit 2 Siegen, obwohl er wegen seiner Sportwagen-Einsätze zwei Läufe ausließ. Diese Einsätze hatten es in sich: Als Fahrer von G-Drive Racing stand er in der Asian Le Mans Series auf dem Podium (Platz drei), gewann die 4 Stunden von Le Castellet in der European Le Mans Series gemeinsam mit Roman Rusinov und Nyck de Vries (am Ende Vierter in der Saisonwertung) und stand anschließend als einer der jüngsten Fahrer im Feld auch am Start der 24 Stunden von Le Mans, wo er mit dem #26 Aurus 01-Gibson als Siebter der LMP2-Klasse ins Ziel kam – obwohl er nach einem Dreher in den Porsche-Kurven mit dem Auto von Richard Mille kollidierte.
2022 gab er sein Debüt in der FIA Formel 3 bei Van Amersfoort Racing: Als Rookie beendete er die Saison mit 2 Siegen – darunter sein erster F3-Erfolg in Imola – auf Platz neun. 2023 wechselte er zu MP Motorsport, wo er erneut zwei Laufsiege einfuhr und die Meisterschaft auf Platz vier mit 110 Punkten abschloss.
Im November 2023 kam der erste ernsthafte Formel-1-Vorgeschmack: Als Mitglied der Williams Racing Driver Academy durfte er beim Nachsaison-Test in Abu Dhabi ins Testauto steigen. 2024 bestritt er dann eine komplette Formel-2-Saison für MP Motorsport – beim Lauf in Imola holte er sich mit einem Überholmanöver in der letzten Runde seinen ersten F2-Sieg – und stand genau auf Platz sechs der Meisterschaft, als die Einladung von Williams kam.
Der Weg in die Formel 1
Colapinto schloss sich im Januar 2023 der Williams Racing Driver Academy an, während er noch in der Formel 3 für MP Motorsport fuhr. Das Team band ihn in Simulatorarbeit und Entwicklungsaufgaben ein, und am Ende der Saison, beim Test in Abu Dhabi, konnte er sich bereits im Formel-1-Auto beweisen.
Der große Durchbruch kam im Sommer 2024. Nachdem Logan Sargeants Auftritte bei Williams nicht die erhofften Ergebnisse brachten, entschied sich das Team, ihn nach dem Großen Preis der Niederlande durch seinen argentinischen Akademie-Fahrer zu ersetzen. Colapinto stand zu diesem Zeitpunkt auf Platz sechs der Formel-2-Wertung – er bekam die Chance also nicht als zufälliger Ersatzmann, sondern gerade wegen seiner herausragenden Nachwuchsform.
Formel-1-Karriere
Colapinto gab sein Debüt im September 2024 beim Großen Preis von Italien als Williams-Fahrer – damit wurde er der erste argentinische Formel-1-Pilot seit 23 Jahren, seit Gastón Mazzacanes Einsatz beim Großen Preis von San Marino 2001. Kurz nach seinem Debüt, bereits in seinem zweiten Rennen, holte er auf dem Stadtkurs von Baku seine ersten Punkte mit Platz acht – damit wurde er der erste Argentinier, der seit Carlos Reutemanns Auftritt 1982 in der Formel 1 punktete. Weitere Punkte sammelte er beim Großen Preis der USA, ehe er die Saison bei Williams beendete.
2025 bekam er bei Williams keinen neuen Stammplatz mehr, stattdessen wechselte er als Ersatzfahrer zu Alpine. Seine Rolle erweiterte sich schnell: Das Team trennte sich nach sechs Rennen von Jack Doohan, sodass Colapinto ab dem Großen Preis der Emilia-Romagna als Teamkollege von Pierre Gasly an den Start ging und auch im Rest der Saison das Alpine-Auto steuerte.
2026 fährt er weiterhin für Alpine: Zu Saisonbeginn holte er beim Großen Preis von China den ersten Punkt seines Teams in diesem Jahr, und beim Großen Preis von Australien verhinderte er mit einem blitzschnellen Reflex einen schweren Startunfall mit Liam Lawson – ein Moment, den George Russell als „Rettung der Saison" bezeichnete. Das Team signalisierte, dass es auch langfristig auf ihn setzt, während Colapinto im weiteren Saisonverlauf daran arbeitet, seinen Platz im Feld zu festigen.
Wichtige Erfolge außerhalb der Formel 1
| Jahr | Serie / Rennen | Team | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 2019 | Spanische F4-Meisterschaft | Drivex School | Meister (11 Siege, 325 Punkte) |
| 2020 | Formula Renault Eurocup | MP Motorsport | Platz 3 (2 Siege) |
| 2020 | Toyota Racing Series | Kiwi Motorsport | Platz 3 (1 Sieg, Hampton Downs) |
| 2021 | Formula Regional European Championship | MP Motorsport | Platz 6 (2 Siege) |
| 2021 | European Le Mans Series (LMP2) | G-Drive Racing | Platz 4 (1 Sieg, Le Castellet) |
| 2021 | Asian Le Mans Series (LMP2) | G-Drive Racing | Platz 3 |
| 2021 | 24 Stunden von Le Mans (LMP2) | G-Drive Racing | Platz 7 in der LMP2-Klasse |
| 2022 | FIA Formel 3 | Van Amersfoort Racing | Platz 9 (2 Siege, erster F3-Erfolg in Imola) |
| 2023 | FIA Formel 3 | MP Motorsport | Platz 4 (2 Siege, 110 Punkte) |
| 2024 | FIA Formel 2 | MP Motorsport | Platz 9 (1 Sieg, Imola) |
Karriere-Zeitleiste
- 2012 – Beginn der Kartkarriere im Alter von neun Jahren
- 2017 – zieht allein nach Italien, um dort Rennsport betreiben zu können
- 2018 – F4-Debüt bei Drivex School; Kart-Sieg bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires
- 2019 – Meistertitel in der spanischen F4-Meisterschaft
- 2021 – Debüt bei den 24 Stunden von Le Mans in der LMP2-Klasse mit G-Drive Racing
- 2022 – Debüt in der FIA Formel 3 mit Van Amersfoort Racing
- 2023 – Wechsel zur Williams Racing Driver Academy; Formel-1-Test in Abu Dhabi
- 2024 – Formel-1-Debüt bei Williams beim Großen Preis von Italien; erste Punkte in Baku
- 2025 – Ersatzfahrer bei Alpine, nach sechs Rennen Aufstieg zum Stammfahrer anstelle von Jack Doohan
- 2026 – setzt seine Fahrerkarriere bei Alpine fort
Wissenswertes über Franco Colapintos Karriere
- 23 Jahre nach Gastón Mazzacanes letztem Rennen 2001 wurde er der erste argentinische Fahrer im Formel-1-Feld.
- Seit Carlos Reutemanns Einsatz 1982 war er der erste Argentinier, der als Formel-1-Fahrer punktete – bereits in seinem zweiten Rennen.
- Mit vierzehn Jahren zog er allein nach Italien, um näher an das Nachwuchssystem des Kontinents heranzukommen.
- 2021 ging er als einer der jüngsten Fahrer bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start und kam trotz einer Kollision mit einem Rivalen während des Rennens als Siebter der LMP2-Klasse ins Ziel.
- Für seinen Reflex beim Start des Großen Preises von Australien 2026, mit dem er eine Kollision mit Liam Lawson vermied, nannte George Russell ihn die „Rettung der Saison".
- Durch seine italienischen Vorfahren besitzt er auch die italienische Staatsbürgerschaft und spricht fließend Spanisch, Englisch und Italienisch.
Häufig gestellte Fragen zu Franco Colapintos Karriere
Wann begann Franco Colapinto mit dem Rennsport?
Mit neun Jahren saß er zum ersten Mal in einem Kart, im Automobilsport gab er 2018 sein Debüt, in den Schlussläufen der spanischen F4-Meisterschaft für Drivex School.
Welche Meisterschaft gewann Colapinto vor der Formel 1?
Er gewann die spanische F4-Meisterschaft 2019 souverän, mit 11 Laufsiegen und 325 Punkten.
Wie schaffte Colapinto den Sprung in die Formel 1?
Aufgrund seiner Erfolge im Nachwuchsformelsport schloss er sich im Januar 2023 der Williams Racing Driver Academy an. Im Sommer 2024, als er in der Formel 2 auf Platz sechs stand, setzte Williams ihn beim Großen Preis von Italien anstelle von Logan Sargeant ins Auto.
Ist Colapinto bei den 24 Stunden von Le Mans gefahren?
Ja, 2021 in der LMP2-Klasse für G-Drive Racing, wo er als Siebter der Klasse ins Ziel kam.
In welchen Serien ist Colapinto außerhalb der Formel 1 gestartet?
Er fuhr in der spanischen F4, im Formula Renault Eurocup, in der Toyota Racing Series, in der Formula Regional European Championship, in der Asian und European Le Mans Series, bei den 24 Stunden von Le Mans sowie in der FIA Formel 3 und Formel 2.
Für welche Teams ist Colapinto in der Formel 1 gefahren?
2024 gab er sein Debüt bei Williams Racing, ab Anfang 2025 war er Ersatzfahrer bei Alpine, nach sechs Rennen wurde er dort Stammfahrer und ist auch 2026 weiterhin für das Team im Einsatz.
Hatte Colapinto Einsätze in Schwesterserien oder beim Indy 500?
Nein, seine Karriere vor der Formel 1 beschränkte sich ausschließlich auf europäische und ozeanische Nachwuchsformelserien sowie auf Le Mans und die Le-Mans-Serien.
Quellen
- Wikipedia – Franco Colapinto
- Williams Racing – In Profile: Who is Franco Colapinto?
- Formula1.com – Colapinto declares points finish 'a dream come true' as Williams celebrate double success in Baku
- Formula1.com – Colapinto earns new deal as Alpine complete 2026 driver line-up
- RacingNews365 – Meet Franco Colapinto, F1's first Argentine driver in 23 years
- RaceFans – O'Sullivan to make F1 practice debut in Abu Dhabi, Colapinto gets test chance
- FIA Formula 3 – O'Sullivan and Colapinto set for F1 outings with Williams in Abu Dhabi
- RACER – WRT No. 31 takes LMP2 Le Mans win in shocking finish
- 24h-lemans.com – ELMS: G-Drive Racing wins the 2021 4 Hours of Le Castellet
- Formula Scout – Franco Colapinto steps up to Formula Renault Eurocup with MP Motorsport
- F1oversteer – George Russell lauds Franco Colapinto for 'save of the season'
- Wikipedia – Karting at the 2018 Summer Youth Olympics
- Last Word on Sports – Alpine expected to retain Franco Colapinto for 2027